München, 16.02.2016

Studium abgeschlossen – und nun? BayWISS und Promotion

Neue Wege der Zusammenarbeit von bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Mit der Gründung des neuen Bayerischen Wissenschaftsforums - BayWISS zum 1. Januar 2016 durch alle bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften nimmt die institutionalisierte Zusammenarbeit beider Hochschultypen weiter Fahrt auf. Als Kommunikationsplattform wird BayWISS die Bearbeitung drängender wissenschafts- und hochschulpolitischer Fragen entscheidend voranbringen – ein Modell mit Signalwirkung.

Die beiden Verbünde Universität Bayern e.V. und Hochschule Bayern e.V. nahmen die Gründung des Bayerischen Wissenschaftsforums - BayWISS zum willkommenen Anlass, als wiederkehrende Veranstaltung ein „Neujahrskolloquium“ ins Leben zu rufen, das künftig in jährlichem Wechsel an jeweils einer anderen bayerischen Universität bzw. einer anderen Hochschule für angewandte Wissenschaften stattfinden soll. Das 1. Neujahrskolloquium fand statt über den Dächern der Landeshauptstadt, am Montag, 15. Februar 2016, im Vorhoelzer Forum der Technischen Universität München.

Schirmherr der Veranstaltung war Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle, der auch die Festrede hielt. Grußworte sprachen TU-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann und die Vorsitzende des Lenkungsrats von BayWISS, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel. Geladen waren Gäste aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Erster sichtbarer Erfolg der beschlossenen Zusammenarbeit ist das bayerische Strukturmodellprojekt „Verbundpromotion“, das eine enge, arbeitsteilige Zusammenarbeit der bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften bei Promotionsverfahren garantiert. Entsprechend groß sind die Erwartungen der Politik. Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle hob hervor: „Die Verbundpromotion garantiert eine Zusammenarbeit mit Signalwirkung über Bayern hinaus. Mit ihr eröffnen wir qualifizierten Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften einen gesicherten Zugang zur Promotion – ohne organisatorische Hürden. Hochschullehrer von Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften betreuen künftig Doktorandinnen und Doktoranden gemeinsam. Ohne Hinweis auf ihre akademische Herkunft werden die Absolventen ihre Promotionsurkunde erhalten, auf der die beteiligten Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften genannt sind. Das Promotionsrecht liegt weiterhin bei den Universitäten“.

Große Hoffnungen in BayWISS setzen auch die Vorsitzende von Universität Bayern e.V., Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, und Prof. Dr. Michael Braun, zum Zeitpunkt des Neujahrskolloquiums Vorsitzender von Hochschule Bayern e.V.: Als institutionalisierte Basis der Kooperation von Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften rückt BayWISS nicht Unterschiede in den Vordergrund. Vielmehr ist es von den Gemeinsamkeiten, von der Formulierung gemeinsamer Interessen und Ziele her gedacht. Dazu Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Vorsitzende der Universität Bayern e.V. und des Lenkungsrats von BayWISS: „Unser gemeinsames Vorhaben hat Fahrt aufgenommen: Der Lenkungsrat hat sich konstituiert, mit Andreas Karg ist ein Geschäftsführer gefunden und wir arbeiten zusammen bereits an der Einrichtung der ersten Verbundforen.“ Prof. Dr. Michael Braun betonte: „Mit der Anfang des Jahres erfolgten Errichtung von BayWISS fängt die eigentliche Arbeit erst an. Als erstes gilt es nun, die beschlossenen Verbundkollegs tatsächlich mit Leben zu füllen und eine konstruktive, kollegiale Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Professorinnen und Professoren zu etablieren.“

Das 1. Neujahrskolloquium zielte ab auf die Vorstellung des neuen Verbundkollegs „Mobilität und Verkehr“ durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität München, der Technischen Hochschule Ingolstadt sowie der Hochschule Kempten. Es ist der erste von mehreren thematisch definierten, paritätisch geführten Promotionsverbünden, die im Rahmen von BayWISS aus der Taufe gehoben werden. In einer Podiumsdiskussion befassten sich die Akteure des Pilot-Verbundkollegs - Professoren und Promovierende - mit den Erwartungen und die für einen Erfolg erforderlichen Rahmenbedingungen.